Wir entwickeln Zahlungs­verkehrs­systeme,
um die uns alle beneiden.

SIC4 vereinfacht den Zahlungsverkehr zwischen den Finanzinstituten und ihren Kunden. Durch die Anwendung des neuen ISO 20022 Standards werden Zahlungs-Transaktionen vom Zahler bis zum Zahlungsempfänger ohne Medienbrüche sekundenschnell abgewickelt

Das SIC-System

Das Interbank-Zahlungssystem SIC für Schweizer Franken spielt eine Schlüsselrolle für den Finanzplatz Schweiz: Es wickelt Schweizer-Franken-Zahlungen in Echtzeit und auf Bruttobasis zwischen Finanzinstituten ab.

SIX Interbank Clearing betreibt im Auftrag und unter Aufsicht der Schweizerischen Nationalbank (SNB) das Zahlungssystem Swiss Interbank Clearing (SIC). Damit werden Schweizer-Franken-Zahlungen in Echtzeit und auf Bruttobasis zwischen Finanzinstituten abgewickelt.
1987 als erstes Realtime Gross Settlement System (RTGS) weltweit in Betrieb genommen, verarbeitet das SIC-System Zahlungen höchst effizient rund um die Uhr, überwacht und gesteuert durch die SNB.

Das Interbank-Zahlungssystem SIC für Schweizer Franken spielt eine Schlüsselrolle für den Finanzplatz Schweiz: Es erlaubt einerseits die geldseitige Abwicklung von Wertschriftentransaktionen in Sekundenschnelle. Andererseits ist es ein zentrales System der SNB zur Umsetzung ihrer Geldpolitik und damit für die Liquiditätsversorgung des Schweizer Geldmarktes. Über SIC wird neben den Grossbetragszahlungen der Teilnehmer auch ein erheblicher Teil des Retail- und Massenzahlungsverkehrs, wie zum Beispiel Lastschrift- und Kartentransaktionen (Bancomat/Tankautomat/EFT/POS), abgewickelt. Dabei gehört SIC seit Jahrzehnten zu den sichersten und leistungsfähigsten Zahlungsverkehrs-Infrastrukturen weltweit.

Jeder Teilnehmer hat ein SIC-Verrechnungskonto, welches täglich über ein Girokonto bei der SNB abgeglichen wird. Dabei hat die SNB als Systemmanager von SIC die Möglichkeit, die Deckung aller Institute zu überprüfen und – bei Bedarf – einem Teilnehmer Liquidität zuzuführen.

Die SIC-Teilnehmer haben Echtzeit-Zugriff auf alle Daten, die ihr eigenes Verrechnungskonto betreffen. Damit können verrechnete Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge, der aktuelle Guthabenbestand auf dem Girokonto und pendente Zahlungen unmittelbar überwacht werden.

Informationen zur Einführung von SIC ↓

Am 10. Juni 1987 startete der produktive Betrieb mit dem SIC-System als erstes Realtime Gross Settlement System (RTGS) der Welt

Einführung von SIC

  • Das Projekt SIC wurde anfangs 1984 mit einem Projektbudget von CHF 40 Mio. gestartet
  • Als Projektvorgehen wurde die «Wasserfall-Methodik» gewählt. Programmiert wurde in Assembler und Cobol. Als Plattform diente ein IBM-Mainframe mit DB2
  • Am 10. Juni 1987 startet der produktive Betrieb mit dem SIC-System als erstes Realtime Gross Settlement System (RTGS) der Welt
  • Die Projektkosten betrugen rund CHF 85 Mio.
  • Der Break Even wurde nach 4 Monaten erreicht (Reduktion Giroguthaben bei der SNB um CHF 5 Mrd. auf CHF 2,5 Mrd. bei einer Annahme von 5% Zins p.a.)

Ziele von SIC4

Die neue Architektur SIC4 des Interbank-Zahlungssystems verfolgt verschiedene Ziele.

Auf einen Blick:

  • ISO-20022-Meldungsstandard (Harmonisierung des Schweizer Zahlungsverkehrs), siehe auch http://www.paymentstandards.ch/de/home.html
  • Neue Funktionen für Cash Management (Angabe Frühester Verrechnungszeitpunkt, Liquiditätsreservation, Änderung Zahlungs-Priorität)
  • Multiwährungsfähigkeit
  • Tiefere Betriebskosten
  • Skalierbarkeit (Ausgelegt für täglich 10 Mio. Zahlungen)
  • Neues System für die nächsten > 15 Jahre
  • Ablösung der heutigen Sicherheitslösung «IBASEC» durch eine «Schweizer Hardware Security Module» (HSM)-Lösung

Neue Funktionalitäten ermöglichen es den Teilnehmern nach erfolgreicher Migration auf den Meldungsstandard ISO-20022, ihre Zahlungsströme einfacher und effizienter zu bewirtschaften.

Mit neuen liquiditätssteuernden Funktionen können die Teilnehmer zum Bespiel den «frühesten Verrechnungszeitpunkt» einer Zahlung festlegen oder auch die Verrechnungsreihenfolge respektive die Priorität von einzelnen Transaktionen steuern bzw. verändern. Des Weiteren können die Teilnehmer einen bestimmten Teil der Liquidität auf ihrem SIC-Verrechnungskonto reservieren. Dieser Reservationsbetrag steht dann exklusiv für Zahlungen mit spezieller Reservationskennzeichnung zur Verfügung.

Als erstes System seiner Art in Europa basiert SIC auf dem Meldungsstandard ISO-20022, der die Anzahl technischer Schnittstellen zwischen den Teilnehmern und der zentralen Schweizer Finanzmarktinfrastruktur künftig merklich reduziert und somit die historisch gewachsene Komplexität vereinfacht. Damit bleibt die Abwicklung des Schweizer Zahlungsverkehrs – auch in Zukunft – kostengünstig, effizient und zukunftsgerichtet. Der Meldungsstandard ISO-20022 ermöglicht es den Teilnehmern am SIC-System, auch die Schnittstellen zu ihren Kunden mit innovativen Zahlungsfunktionalitäten und modernen, standardisierten Meldungen zu bedienen. Dadurch werden einerseits die Interoperabilität über diverse Schnittstellen, Endgeräte und Mobile Apps vereinfacht sowie die Automatisierungsprozesse bis hinein in die Buchhaltungen von Unternehmen erleichtert und begünstigt.

Umsetzung

Die Umsetzung der neuen Architektur SIC4 des Interbank-Zahlungssystems.

Bestimmen der neuen Architektur

  1. Im November 2010 wurde das Grobkonzept SIC4 an drei Firmen mit starkem IT-Architektur Know-how abgegeben. Auftrag war, mögliche Vorgehensmodelle und Architekturansätze zu empfehlen:
  2. Vorschlagen eines passenden Architekturansatzes unter Berücksichtigung der groben funktionalen und nicht funktionalen Anforderungen
  3. Aufzeigen einer ersten Konkretisierung des Architekturansatzes in Form eines Vorschlages basierend auf den Informationen aus dem Grobkonzept
  4. Zusätzlich zum konkreten Architekturvorschlag soll aufgezeigt werden, wie der weitere Architektur–Gestaltungsprozess ablaufen würde, so dass bis Mitte 2011 eine Architektur vorliegt
  5. Vorschlagen eines möglichen Vorgehensmodelles zur technischen Umsetzung des Software-Entwicklungs­projektes
  6. Ende Februar 2011 wurde entschieden, als Entwicklungspartner für die weitere Architekturgestaltung und für die Umsetzung des SIC4-Projektes die Netcetera AG ins Boot zu holen. Netcetera empfahl das System auf Midrange/Oracle zu betreiben, für die Kernapplikationen einen DB-zentrischen Ansatz und für die Meldungsverarbeitung das ‚Pipes and Filters‘ Pattern zu wählen

Für die Umsetzung der neuen Architektur SIC4 wurde ein Change-Projekt mit einem externen Coach aufgesetzt.

Change-Projekt

Herausfordernd war die Tatsache, dass ein eingespieltes Team von 15 Spezialisten das SIC-System seit 30 Jahren gewartet und weiterentwickelt hat. Fluktuation gab es praktisch keine. Das Durchschnittsalter der Entwickler betrug über 55 Jahre. Als Programmiersprachen wurden Assembler und Cobol eingesetzt.

Es wurde sehr viel Energie in den Projekt-Setup investiert, da die gesamte Entwicklungsabteilung auf den Kopf gestellt werden musste. Ziel war es, die neue Entwicklungsmethodik «Scrum» einzuführen und externe Entwickler in die neu definierten 5 Scrum-Teams zu integrieren.

Ein Change-Projekt mit externem Coach wurde aufgesetzt. Es galt zu verhindern, dass eine Zweiklassengesellschaft «SIC-Alt» vs. «SIC-Neu» entstand. Beim Neuaufbau des SIC IT-Managements wurde auf durchmischte Teams wertgelegt, bestehend aus „alten“ Mitarbeitenden, „neuen“ Mitarbeitenden und externen Mitarbeitenden. Die Organisation sollte skalierbar sein, damit am Ende des Projektes die externen Mitarbeiter wieder ausgefädelt werden können.

Den bestehenden Mitarbeitern wurde eine Ausbildung in Java und Midrange/Oracle angeboten. Im Change-Projekt «Fred» (angelehnt an «Das Pinguin-Prinzip» von John Kotter) wurde auch der neue Entwicklungsprozess inkl. der Vorgehensweise «Scrum» definiert. Das ganze SIC4 Team musste für die neue Vorgehensweise geschult werden. Ausserdem wurden die internen und externen Mitglieder der neu gebildeten fünf Scrum-Teams in diversen Team-Bildungsevents zusammengeschweisst. Die SIC4-Projektwerte wurden gemeinsam erarbeitet und niedergeschrieben.


Scrum-Teams sorgten für die Umsetzung von SIC4. Die Sicherstellung der fachlichen und technischen Homogenität der Umsetzung wurde über das Konzept der Domänen erreicht.

Die Umsetzung

Mittels 15 Proofs of Concept wurde die vorgeschlagene Architektur und die nicht funktionalen Anforderungen wie Performance, synchrone Datenspiegelung über 80 km Kabel etc. auf ihre Machbarkeit hin überprüft.

Die Detailkonzepte wurden in Zusammenarbeit mit der SNB und Mitarbeitenden der im Verwaltungsrat von SIX Interbank Clearing (VR SIC) vertretenen Finanzinstitute erarbeitet und vom VR SIC verabschiedet.

An verschiedenen Workshops wurde die Vorgehensplanung erstellt und die Projektkosten erhoben. Schliesslich wurde ein Releaseplan erarbeitet, an welchem die Anwendungsfälle der Detailkonzepte zugewiesen wurden. In 17, alle drei Monate stattfindenden Releases und deren Abnahme durch das SIC Management an Release-Demos, sollte SIC4 entstehen. Per Ende 2011 wurde der Projektauftrag durch die zuständigen SIX internen Stellen und den VR SIC abgenommen.

Im April 2012 wurde mit der Umsetzung in den Scrum-Teams begonnen. Die Sicherstellung der fachlichen und technischen Homogenität der Umsetzung wurde über das Konzept der Domänen erreicht. In den Domänen tauschen sich dedizierte Mitglieder der einzelnen Scrum-Teams teamübergreifend zu gewissen Bereichen (Architektur, Software Engineering, Testing, etc.) regelmässig aus, treffen Entscheidungen, kommunizieren diese ihrem Team und stellen die Einhaltung sicher.


Das Schweizer Hardware Security Module (HSM) dient als digitaler Tresor.

Schweizer Hardware Security Module (HSM)

Die IT-Infrastruktur für den Schweizer Finanzplatz muss höchsten Sicherheitsanforderungen genügen und stets wandelnden Bedrohungen standhalten. Das Kernstück der IT-Sicherheitsarchitektur bildet dabei das Hardware Security Module (HSM) als digitaler Tresor. Es erzeugt und verwaltet kryptografisches Schlüsselmaterial und verwendet dieses zur Verschlüsselung und Beglaubigung der finanziellen Transaktionen.

Für die Ablösung der aktuellen Sicherheitslösung «IBASEC» von SIC, welche aufgrund des LifeCycle ersetzt werden muss, wurde zusammen mit der SNB und dem VR SIC vereinbart, eine «Schweizer Lösung» entwickeln zu lassen.

Im November 2015 wurde entschieden, für die Entwicklung des Swiss-HSM das Schweizer Startup Unternehmen «Securosys AG» zu beauftragen.
Mit der Entwicklung und Einführung des schweizerischen Hardware Security Modules «Primus S500» der Firma Securosys AG ist der Finanzplatz Schweiz unabhängig von ausländischen Sicherheitslösungen und dadurch abhörsicher.

Die Sicherheitslösung wurde eng durch Security-Spezialisten von SIX und durch das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) begleitet.

Testing & Go-Live

Im Projekt SIC4 haben Continuous Integration, Testautomatisierung und Qualitätssicherung eine grosse Bedeutung.

Testautomatisierung

Im Projekt SIC4 wurde von Anfang an sehr viel Aufwand im Bereich Continuous Integration, Testautomatisierung und Qualitätssicherung investiert.

Es wurde ein Framework zur End-2-End Testautomatisierung entwickelt (TestAdmin-Tool), das es Testexperten erlaubt, ohne Programmierkenntnisse fachliche Testfälle zu erfassen.

Neu entwickelte Business-Funktionen werden sofort bei der Umsetzung in automatische Integrationstests und den Systemtest integriert. Das TestAdmin-Tool enthält mehr als 15‘000 fachliche Testfälle, welche mehrmals täglich ausgeführt und an die Entwicklung zurück rapportiert werden. Die Codeabdeckung der Software beträgt über 85%.

Selbst entwickelte Testrunner installieren die SIC4-Plattform, laden alle Testfälle aus dem TestAdmin, liefern diese über die Bankenschnittstellen ins System ein und verifizieren, dass das Ergebnis der hinterlegten Erwartung entspricht. Sämtliche Testergebnisse werden gesammelt und in einer Datenbank für Testreports aufbereitet.

Der TestAdmin ist auch mit der Anforderungsdokumentation technisch integriert, was es erlaubt, die Testabdeckung der in der Anforderungsdoku hinterlegten Akzeptanzkriterien in Reports aufzuzeigen. Dies erlaubt es den Testexperten, noch allenfalls existierende Lücken in der Testabdeckung zu identifizieren.

Zur Sicherstellung, dass sich SIC4 bei der Ablösung von SIC gleich verhält, werden die Testfälle auch gegen SIC ausgeführt.

Ebenso wird ein automatischer Loadtest nächtlich ausgeführt, bei dem ganze produktive Verarbeitungstage nachgefahren, der Durchsatz gemessen und mit den Zielwerten verglichen werden. Eine Verrechnungsleistung von 2.5 Mio. Zahlungen pro Stunde, synchrone Daten-Spiegelung über 80 km ohne Datenverlust und eine Verfügbarkeit von über 99.8% sind nichtfunktionale Anforderungen, welche zwingend erfüllt werden müssen.

Aufgrund dieses hohen Grads an Testautomatisierung, beschränkt sich der manuelle Testaufwand auf wenige Checks, bevor ein neuer Release von SIC4 gebaut und installiert werden kann. Der hohe initiale Aufwand, der in den Aufbau dieses Frameworks gesteckt wurde, amortisiert sich nun nachhaltig durch die Einfachheit, mit der Testfälle für neue Anforderungen erfasst werden können.


Für die Systemabnahme wurde eine neunmonatige Testphase festgelegt und insgesamt 18 Testdrehbücher geschrieben.

Systemabnahmetests

Für die Systemabnahme wurde eine neunmonatige Testphase festgelegt. Dafür wurden insgesamt 18 Testdrehbücher geschrieben. So z.B. RTGS End-to-End Tests, Systemmanager-Tests mit SNB-Teilnahme, Nachfahren von produktiven SIC-Tagen auf SIC4, geführte Banken- und SNB-Tests, Sicherheits- und Penetration-Tests, Robustheit- und BCP-Tests inkl. Umschaltung in das Ausweichrechencenter und Fallback-Tests von SIC4 zurück auf SIC.

Mehrere Wochen lang wurde der Zahlungsverkehr im Parallelbetrieb – auf der «alten» und neuen Plattform – abgewickelt, um auch minimalste Abweichungen entdecken und korrigieren zu können.

Ausserdem wurde eine «Produktive Testumgebung» bereitgestellt, auf welcher sämtliche SIC-Teilnehmer unter produktiven Bedingungen sämtliche Funktionalitäten und Formate testen konnten. Auf dem Testsystem wurden durch die Teilnehmer mehr als 10 Mio. Zahlungen eingeliefert.

Die Abarbeitung der Systemtests und die Auswertung der Ergebnisse wurden von zwei externen Audit-Firmen streng überwacht und zeitnah an den Verwaltungsrat SIC berichtet.

Die Abarbeitung der Systemtests und die Auswertung der Ergebnisse wurde von zwei externen Audit-Firmen streng überwacht und zeitnah an den VR SIC berichtet. Die Abschlussberichte der Auditoren haben dem Projekt SIC4 die Höchstnote verliehen.

«Das vom Projekt SIC4 gewählte Test-Design, Methoden, Vorgehensweisen und Werkzeuge gehen über gängige internationale Standards hinaus. Im Vergleich zu anderen auf agilen Methoden basierten Software-Entwicklungsprojekten zeigt das Projekt eine sehr professionelle Herangehensweise und eine sehr hohe Testautomation auf. Der Testautomatisierungsgrad und die Testabdeckung entspricht Best-Practice Standards und bietet ein hohes Mass an Sicherheit und Qualität».


Am 14.04.2016 um 17:58 ging SIC4 mit einem Big Bang live.

«Go-Live»

  • Am 24. Februar 2016 hat das Direktorium der SNB (Prof. Dr. Thomas Jordan, Dr. Fritz Zurbrügg, Dr. Andréa Maechler) den Go-Live-Antrag bestätigt
  • Der Verwaltungsrat SIC hat an seiner ausserordentlichen Sitzung vom 29. Februar 2016 dem Antrag der SIC AG, den Go-Live von SIC auf der neuen SIC4-Plattform per 14. April 2016 zu beschliessen, zugestimmt.
  • Am 14.04.2016 um 17:58, ein Jahr nach der Go-Live Setzung von euroSIC, ging SIC4 mit einem Big Bang live.

Für die Go-Live Setzung wurde eine in Zusammenarbeit mit der SNB und den im VR SIC vertretenen Finanzinstituten erstellte Checkliste mit über 100 Checkpoints abgearbeitet. Diese wurde in den Vorwochen mehrmals durchgespielt und geübt.

Der Go-Live konnte am 14.04.2016 gemäss Zeitplan erreicht werden. Um 18:30 Uhr waren sämtliche 350 Teilnehmer auf SIC4 online.

Bis heute sind keine nennenswerten Probleme auf dem produktiven SIC4 System aufgetaucht.

Das angeordnete Gedränge (englisch Scrum) ist im Rugby die Standardsituation, um das Spiel nach Unterbrüchen neu zu starten. Abgebildet das Go-Live-«Scrum»-Team von SIC4 kurz nach dem Neustart des SIC-Systems am 14.04.2016.

Das angeordnete Gedränge (englisch Scrum) ist im Rugby die Standardsituation, um das Spiel nach Unterbrüchen neu zu starten. Abgebildet das Go-Live-«Scrum»-Team von SIC4 kurz nach dem Neustart des SIC-Systems am 14.04.2016.


Wäre es zu einem Fallback-Szenario gekommen, d.h. wäre bei SIC4 ein Verarbeitungsproblem aufgetaucht, welches nicht in der vorgegebenen Zeit hätte behoben werden können, wäre durch den Krisenstab des Finanzplatz Schweiz der «Fallback» entschieden worden.

Fallbackmodus

Das durch SIC4 ersetzte SIC-System wurde bis Ende Juni 2016 im «Fallback-Modus» weiterbetrieben, d.h. das System war up and running, konnte aber von den Teilnehmern nicht erreicht werden. Täglich wurde eine «leere» Tagesend- und Tagesanfangs-Verarbeitung gefahren, um die Stammdaten der Teilnehmer mit den Stammdaten von SIC4 zu synchronisieren.

Wäre es zu einem Fallback-Szenario gekommen, d.h. wäre bei SIC4 ein Verarbeitungsproblem aufgetaucht, welches nicht in der vorgegebenen Zeit hätte behoben werden können, wäre durch den Krisenstab des Finanzplatz Schweiz der «Fallback» entschieden worden.

Bedeutung für die Schweiz

Das Interbank-Zahlungssystem SIC für Schweizer Franken spielt eine Schlüsselrolle für den Finanzplatz Schweiz.

Auf einen Blick:

  • Erstes RTGS in Europa, welches auf dem neuen ISO 20022 Standard End-to-End basiert
  • Swiss Value Chain: Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatz Schweiz steigt durch tiefere Betriebskosten bei gleichzeitig höherem Durchsatz (Senkung der Kosten für Einzeltransaktionen)
  • Höhere Automatisierung des Zahlungsverkehrs (Straight-Through-Processing) http://www.paymentstandards.ch/de/home.html
  • Vereinfachte Umsetzung regulatorischer Vorgaben aufgrund besserer Informationsstrukturierung (z.B. Geldwäschereigesetz)
  • Abhörsicher gegenüber Ausland dank Schweizer Sicherheitslösung
  • Neuer und einheitlicher Einzahlungsschein mit QR-Code (ab 2018)
  • Mobile Apps (z.B. Paymit)
2018 wird in der Schweiz ein neuer und einheitlicher Einzahlungsschein mit QR-Code eingesetzt.

Dank SIC4 wird der Finanzplatz Schweiz in die Lage versetzt, den internationalen ISO-20022-Meldungsstandard über den Interbankenbereich hinaus an der Kunde-Bank-Schnittstelle einzusetzen und die Harmonisierung des Zahlungsverkehrs in der Schweiz voranzutreiben. Dadurch lassen sich Zahlungsverkehrsprodukte kostengünstiger betreiben und stärker in die digitale Wertschöpfungskette integrieren.

«Das Ziel: Vereinfachung des Zahlungsverkehrs zwischen den Finanzinstituten und ihren Kunden sowie Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Einhaltung von nationalen und internationalen Richtlinien.» (Claude-Alain Margelisch, CEO, Schweizerische Bankiervereinigung).

Der Wechsel vom Mainframe auf eine virtuelle Midrange-Plattform führt unter anderem zu einer jährlichen Betriebskostenreduktion bei der Systembetreiberin, die in Form von günstigeren Transaktionspreisen an die teilnehmenden Banken weitergegeben wird und zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatz Schweiz beiträgt.

Die vollständige Eigenentwicklung von SIC4 mit modernster, verbreiteter Technologien stellt sicher, dass das erarbeitete Know-how für die Weiterentwicklung der Plattform optimal ausgeschöpft werden kann.

Mit der Entwicklung und Einführung des schweizerischen Hardware Security Modules (HSM) «Primus S500» der Firma Securosys AG ist der Finanzplatz Schweiz unabhängig von ausländischen Sicherheitslösungen und dadurch abhörsicher.

Mit SIC4 und der Schweizer Pionierlösung für HSM wurde europaweit die erste RTGS-Plattform implementiert, die auf dem – für alle Zahlungsverkehrsakteure – nutzbringenden, weltweit zukunftsweisenden ISO-20022-Standard basiert.

ISO-20022 ermöglicht es den Banken, die fortschreitende Digitalisierung auch an den Schnittstellen zu ihren Kunden mit innovativen Zahlungsfunktionalitäten zu beschleunigen und die Interoperabilität über diverse Endgeräte und Mobile Apps zu fördern.


SIC4 vereinfacht den Zahlungsverkehr zwischen den Finanzinstituten und ihren Kunden. Durch die Anwendung des neuen ISO 20022 Standards werden Zahlungs-Transaktionen vom Zahler bis zum Zahlungsempfänger ohne Medienbrüche sekundenschnell abgewickelt
Version: 1.3.3-build-69-master-dc7e2ec